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Lebenslagen >  Arbeitnehmer >  1. Das Arbeitsverhältnis - Rechte und Pflichten

1. Das Arbeitsverhältnis - Rechte und Pflichten

In einem Arbeitsverhältnis gibt es für beide Vertragsparteien Pflichten:

Für die Arbeitnehmerin und den Arbeitnehmer besteht

  • die Pflicht zur persönlichen Arbeitsleistung,
  • eine Gehorsamspflicht,
  • eine Treuepflicht, z.B. kein Verrat von Betriebsgeheimnissen, keine Annahme von Schmiergeldern und
  • unter bestimmten Voraussetzungen ein Wettbewerbsverbot.

Für den Arbeitgeber besteht

  • die Pflicht zur Zahlung des Arbeitslohnes,
  • die Pflicht zur Abführung der Sozialversicherungsbeiträge,
  • die Pflicht zur Gewährung von Urlaub,
  • eine Beschäftigungspflicht,
  • eine Fürsorgepflicht und
  • die Pflicht, ein Zeugnis auszustellen.

Weitere Rechte und Pflichten wie beispielsweise Gewährung von Urlaub, Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder die Kündigungsfristen können sich nicht nur aus dem Arbeitsvertrag ergeben, sondern auch aus arbeitsrechtlichen Gesetzen und Tarifverträgen.

Die Höhe der Vergütung kann sich zwingend aus gesetzlichen Regelungen, z.B. bei Heimarbeit, oder einem Tarifvertrag ergeben. In den meisten Fällen wird die Höhe des Arbeitslohns im Arbeitsvertrag geregelt. Falls die Arbeitnehmerin oder der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband und die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer Mitglied in der tarifabschließenden Gewerkschaft ist, muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber mindestens den Tariflohn bezahlen.

Falls keine Tarifbindung besteht, besteht auch die Möglichkeit, in den Arbeitsvertrag entsprechende Tarifverträge einzubeziehen und somit die künftigen Lohnerhöhungen automatisch zu übernehmen.

Soweit Tarifverträge für allgemein verbindlich erklärt worden sind, gelten die in diesen Verträgen normierten Löhne für sämtliche Beschäftige dieser Branche. In diesem Fall spielt es keine Rolle, ob der Arbeitgeber oder die Beschäftigten tarifgebunden sind.

In manchen Branchen wie z.B. im Baubereich bestehen Mindesttarifverträge. Die in diesen Tarifverträgen geregelten Löhne gelten auch für die Beschäftigten, die bei ausländischen Arbeitgebern beschäftigt sind und nur vorübergehend nach Deutschland entsandt werden.

Ein Arbeitsvertrag sollte mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • Bezeichnung und allgemeine Beschreibung der zu verrichtenden Tätigkeit
  • Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Dauer der Probezeit (höchstens sechs Monate)
  • Höhe der Vergütung
  • Dauer des jährlichen Urlaubs
  • Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die für das Arbeitsverhältnis gelten
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die Dauer der Befristung

Hinweis: Wenn Sie noch nicht 18 Jahre alt sind, müssen den Arbeitsvertrag auch die Erziehungsberechtigten unterzeichnen.

Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet nach Ablauf der im Arbeitsvertrag vereinbarten Beschäftigungsdauer. Es kann ordentlich gekündigt werden, soweit dies vertraglich beziehungsweise im Tarifvertrag geregelt ist, auch ein Auflösungsvertrag ist möglich. Das unbefristete Arbeitsverhältnis kann durch Kündigung des Arbeitgebers oder des Arbeitnehmers oder durch einen Auflösungsvertrag beendet werden. Die Kündigung und der Auflösungsvertrag müssen schriftlich erfolgen beziehungsweise fixiert werden.