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The International Cajun Trio begeisterte im Ratssaal
30.11.2017 - 8.12.2017

Applaus im Stehen: Das ist ungewöhnlich für den Pfaffenhofener Ratssaal. Am Freitagabend, beim Konzert von The International Cajun Trio im Rahmen des Künstlertreffs, war es so. Die rund 100 Besucher, die den Sitzungssaal bis zum letzten Stuhl füllten, waren nach dem gut zweistündigen Konzert so begeistert, dass sie nicht nur stürmisch klatschten, sondern auch das erstmals vom Bürgermeister aufgestellte Spendenkörble zu Gunsten des Künstlertreff-Budgets füllten.

Ein volles Haus, das beeindruckte nicht nur die drei Musiker. Auch Bürgermeister Dieter Böhringer freute sich über die große Besucherschar. The International Cajun Trio, das sind drei musikalische Weltenbummler. Da ist der Bretone Yannick Monot, der den Pfaffenhofenern augenzwinkernd bestätigt: „Wir gehören eigentlich zusammen – uns trennt nur Frankreich“. Er ist Akkordeonist, der nicht nur das Melodium (sieht aus wie eine Ziehharmonika) hervorragend spielt, sondern ebenso gut seine fünf verschieden gestimmten Mundharmonikas. Helt Oncale, der virtuose Fiddler und Gitarrist, stammt aus New Orleans, lebt aber mittlerweile in Deutschland. Und der dritte des Trios ist Gitarrist Biber Herrmann aus dem Rhein-Main-Delta. „Da, wo ich herkomme, sagt man, das A stimmt eh net und das E stimmt ah net“, erklärt er zwischendurch beim Gitarrestimmen.

Alle drei Musiker sind aber nicht nur hervorragende Instrumentalisten, sie sind auch sehr gute Sänger und schon seit vielen Jahren Frontleader ihrer eigenen Bands und erfahrene Solo-Entertainer. Das Cajun Trio haben sie 2005 gegründet, nachdem sie sich im Jahr zuvor auf einer internationalen Jam-Session erstmals begegnet sind.

Ihre Musik ist hauptsächlich der weich klingende Cajun und der etwas blousiger gespielte Zydeco. Es ist die lebensfrohe Musik der französisch-kanadischen Einwanderer in den Sumpfgebieten Louisianas. Und auf eine solche musikalische Reise zum Mississippi und weiter bis nach Louisiana nahm das Cajun Trio die Pfaffenhofener Konzertbesucher mit. Die ließen sich gerne entführen. So gut wie bei allen Liedern nickten und wippten Köpfe und Oberkörper im Rhythmus mit. Dann und wann wurde der Takt auch mit den Füßen geschlagen. Und weil man zum Musik hören ja die Hände nicht braucht, nützte eine Besucherin das Konzert, um nebenher Teile für ihre Weihnachtssterne zu falten. Schließlich ist ja das Fest nicht mehr weit.

Auch eigene Stücke hatte das Trio mitgebracht, und zwischendurch gab es immer wieder musikalische Ausflüge in den Swing und Blues. So wurde das Konzert zu einem genüsslichen musikalischen Cocktail, den die drei Akteure mit humorvollen Geschichtchen und Anekdötchen anreicherten. Und weil der Franzose Yannick Monot über den Pfaffenhofener Wein sagte, dass er „sehr gut“ sei, gab’s am Ende für alle drei noch ein Weinpräsent vom Bürgermeister. wst