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Aktuelle Nachrichten | Fried, Milanka | 01.04.2021 – 09.04.2021

Aus dem Gemeinderat

Haushaltsplan 2021 verabschiedet
Für seinen 39. und damit letzten Haushaltsplan hätte sich Bürgermeister Dieter Böhringer wahrlich schönere Zahlen gewünscht. Denn unterm Strich steht im Ergebnishaushalt für 2021 ein Minus von rund 240000 Euro.

Zwar wird aus der laufenden Verwaltungstätigkeit ein kleines Plus von knapp 60000 Euro erwirtschaftet, doch nach den Abschreibungen (Werteverbrauch) auf die Infrastruktureinrichtungen (knapp 300000 Euro) dreht sich das Ergebnis ins Minus. „Diese Summe wird sich, bei gleichbleibenden Einnahmen und erhöhten Abschreibungen durch neue Investitionen, weiter erhöhen, befürchtet der Ende Mai aus dem Dienst scheidende Pfaffenhofener Verwaltungschef.

„Über den Sinn oder Unsinn, einen Werteverbrauch bei manchen Infrastruktureinrichtungen der Gemeinde erwirtschaften zu müssen, wird man auch in Zukunft noch streiten“, kritisiert Böhringer das neue kommunale Haushaltsrecht Doppik. „Auf Grund der gesetzlichen Vorgabe lässt sich jedoch zumindest derzeit nichts anderes feststellen“, betont er.

Bisher kaum, und auch in diesem Jahr nicht wesentlich erkennbar, sieht der Rathauschef die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ein Grund dafür sei das Verhandlungsergebnis der kommunalen Landesverbände mit der Landesregierung. „Ohne deren Entgegenkommen, die Zahlen im Finanzausgleich auf dem Niveau von 2019 zu belassen, müssten wir weitaus schlechtere Zahlen ausweisen“, ist Böhringer überzeugt.

Insgesamt kann Kämmerin Sylvia Rustler im laufenden Jahr mit Landeszuweisungen, Steuer- und Gebühreneinnahmen in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro rechnen. Denen gegenüber stehen allerdings Aufwendungen in Höhe von insgesamt knapp 4,7 Millionen Euro. Zwar sind die Personalaufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 185000 Euro gesunken, schlagen aber immer noch mit knapp 1,7 Millionen Euro zu Buche. „Sie werden auch in den Folgejahren auf Grund der Vorgaben bei der Kinderbetreuung den Ergebnishaushalt massiv prägen“, schreibt dazu die Kämmerin.

Der größte Brocken bei den Ausgaben sind mit rund 2,2 Millionen Euro die Transferaufwendungen. Das sind hauptsächlich die Betriebsaufwendungen an die verschiedenen Zweckverbände (471300 Euro) und die Finanzausgleichsumlagen (1,7 Millionen Euro).

Wesentlich freundlicher lesen sich die Zahlen im Finanzhaushalt (früher Investitionshaushalt): Aus dem Verkauf der Bauplätze im Neubaugebiet „Gehrn, Erweiterung West“ fließen rund 3,4 Millionen in die Kasse. Allerdings muss davon noch die letzte Rate der Erschließungskosten in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro bezahlt werden.

Schon fertig, aber noch nicht bezahlt, ist die Erneuerung der Wasserleitung im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt. 650000 Euro sind dafür im Finanzhaushalt eingeplant. 80000 Euro, mittelfristig bis 2024 sogar 695000 Euro, hat Sylvia Rustler für den Bau der Umgehungsstraße vorgesehen. Die Umrüstung der Feuerwehr auf Digitalfunk kostet 22000 Euro und die Sanierung des Daches der Aussegnungshalle auf dem Weilerer Friedhof mindestens 20000 Euro.

Unterm Strich ergibt sich im Finanzhaushalt ein Überschuss von knapp 1,1 Millionen Euro. Dadurch erhöhen sich dann die liquiden Mittel, früher die Rücklagen, auf etwas mehr als 1,1 Millionen Euro. Die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuern bleiben 2021 unverändert bei 380 Prozent für die Grundsteuer A, 390 Prozent für die Grundsteuer B und 350 Prozent bei der Gewerbesteuer. wst

 

Weinausschank mitten in der Natur
Einen Weinausschank, direkt im Weinberg, „das wäre etwas, das es im Oberen Zabergäu noch nicht gibt“. Die Idee und das Grobkonzept dazu, das Rainer Wachtstetter dem Gemeinderat vorlegte, fand Gefallen in der Ratsrunde. Einstimmig und ohne große Diskussion erteilten die Bürgervertreter gegenüber der Genehmigungsbehörde das Einvernehmen zu dem geplanten Vorhaben.

Details allerdings, wie beispielsweise eine Wegbeschilderung, WC‘s und Parkmöglichkeiten, werden im Laufe des Genehmigungsverfahrens mit dem Landratsamt noch besprochen und dann dem Gemeinderat zur Zustimmung oder Ablehnung vorgelegt, erklärte Bürgermeister Dieter Böhringer. Er betonte, dass auch das Landratsamt in solchen Angeboten ein Förderpotential für den regionalen Tourismus sehe. Die Kreisbehörde stelle allerdings allgemeine Bedingungen um einen gerechten Ausgleich zwischen Tourismus und Naturschutz zu erreichen. In einem öffentlich rechtlichen Vertrag zwischen Landratsamt, Weingut und Gemeinde werden diese dann vereinbart.

„S’Wengerthäusle“ nennt Rainer Wachtstetter seine Idee für den geplanten Weinausschank in seinem Wengert im Mühlberg, im Gewann „Förstle“. Der Platz dort ist geradezu ideal: Man kann den Blick schweifen lassen über Pfaffenhofen, das Zabergäu und die Weinberge sowie über die Talaue und den gegenüberliegenden Strombergwald.

Ohnehin wird die Ecke auch jetzt schon gerne von vielen Spaziergängern, Wanderern und Radfahrer frequentiert. Was also liegt näher, als bei der Wochenendtour im „Pfaffenhofener Förstle“ eine kurze Rast bei einem Gläschen Wein oder einem alkoholfreien Getränk aus der Region einzulegen? 1996 hat das renommierte Pfaffenhofener Weingut den rund 22 Ar großen Weinberg gekauft und vom Vorbesitzer Richard Heubach auch das Mitte der 1980er Jahre erbaute Wengerthäusle übernommen. Vor das Häusle hat Rainer Wachtstetter dann eine kleine Terrasse gebaut und daneben eine gemauerte Feuerstelle. Einige Jahre lang hat die Familie Häuschen und Feuerstelle für Grillnachmittage und Spaß mit den Kindern genutzt. Auch so manche Geburtstagsparty habe rund um das Häusle stattgefunden, erzählt Rainer Wachtstetter. Jetzt möchte die Familie das schön gelegene Plätzchen erweitern und zu einem Treffpunkt und gemütlichen Beisammensein für die Allgemeinheit – „zum Weinausschank in schöner naturbelassener Umgebung“ - ausbauen.

Die Terrasse wird in den Weinberg hinein vergrößert, sodass etwa 50 bis 100 Personen Platznehmen können, so die Pläne. Geöffnet werden soll der Ausschank aber nur an den Wochenenden. Ob allerdings an jedem sonnig warmen Wochenende ausgeschenkt wird, lassen die Wachtstetters noch offen. Auch eine Kooperation mit der Weingärtnergenossenschaft Cleebronn & Güglingen, oder mit Gastwinzern, kann Rainer Wachtstetter sich vorstellen. Eingebunden werden könnten natürlich auch die örtlichen Vereine, wenn sie den Ausschank übernehmen wollen. wst