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Aus zwei Kirchengemeinden wird eine Festgottesdienst zur Feier der Fusion
10.1.2019 - 18.1.2019

Mehr als 800 Jahre lang sind die beiden Kirchengemeinden Pfaffenhofen und Weiler getrennte Wege gegangen –jetzt gehen sie gemeinsam ihren Weg. Aus Pfaffenhofen und Weiler ist zum 1. Januar 2019 die Kirchengemeinde Pfaffenhofen-Weiler geworden. Mit einem Festgottesdienst und anschließendem Ständerling in der Pfaffenhofener Lambertuskirche wurde die Fusion der beiden Kirchengemeinden gefeiert. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Singteam, dem Posaunen- und Kirchenchor sowie Andrea Bissinger an der Orgel.

Auf gemeinsamen Pfaden, teilweise zumindest, sind die beiden Kirchengemeinden in den vergangenen acht Jahren schon gegangen. Nach der Verabschiedung von Pfarrer Hermann Aichele-Tesch im Februar 2010 in den Ruhestand sah der Pfarrplan des Oberkirchenrates in Stuttgart für Weiler keinen eigenen Pfarrer mehr vor. Der Pfaffenhofener Kollege musste die Pfarrstelle mitverwalten, blickte Dekan Jürgen Höss zurück. Der Vorsitzende des Kirchenbezirks Brackenheim zeigte sich „erfreut und beeindruckt, wie Sie an das Thema Fusion herangingen und es nach intensiver Planung und Vorbereitung heute offiziell gemacht und vollzogen haben“. Es sei „ein Leuchtturmprojekt innerhalb der Landeskirche“, sagte er.

Als zwar unsichtbare, aber doch handfeste „Mitgift“ zur Fusion versicherte der Dekan der Kirchengemeinde, dass sie in den nächsten zehn Jahren keine finanziellen Nachteile haben werde und verlässlich die nötigen Finanzmittel bekomme.

Erstmals Gedanken gemacht, wie die Zukunft der beiden Kirchengemeinden aussehen könnte, haben sich die beiden Kirchengemeinderäte bei einer Klausurtagung vor fünf Jahren, sagte Jochen Harsch. Gemeinsame Erntebitt- und Wandergottesdienste seien vereinbart worden. Ebenso gemeinsame Ratssitzungen und verschiedene andere Aktivitäten, schilderte der Pfaffenhofener Kirchengemeinderatsvorsitzende. Diese Gemeinsamkeiten – und natürlich auch der gemeinsame Pfarrer - hätten die beiden Kirchengemeinden zusammengeführt. Und damit die Gemeinsamkeit auch nach außen sichtbar wird, gibt es jetzt ein neues Logo: Der Renaissancegiebel der Lambertuskirche mit dem markanten Weilerer Kirchturm vereint und dem Schriftzug Ev. Kirchengemeinde Pfaffenhofen-Weiler.

Die Weilerer kommissarische Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Silke Oehler, verglich die Fusion mit einem Weincuvée: „Die verschiedenen Eigenschaften unserer beiden Gemeinden und Mitglieder sollen sich zu einem guten Cuvée ergänzen“. Die Gemeinschaft soll durch die Fusion weiter wachsen und gestärkt werden.

In seiner Predigt ging Pfarrer Johannes Wendnagel auf den Teil der Weihnachtsgeschichte mit den Hirten ein: „Meine Schäfchen sind nicht mehr geworden – aber sie sind enger zusammengerückt“, sagte er. Er wolle ihnen ein guter Hirte sein, bei dem sie sich geborgen fühlen können.

Was bedeutet die Fusion für die Gemeindeglieder? „Rein äußerlich betrachtet gar nichts“, erklärt Pfarrer Johannes Wendnagel. Nach wie vor wird es sonntags zwei Gottesdienste geben. Um 9.30 Uhr in Weiler und um 10.30 Uhr in Pfaffenhofen. Auch in der Zahl der gewählten Kirchengemeinderäte gibt es bis zur Neuwahl am 1. Advent 2019 keine Änderung: fünf aus Weiler und sieben aus Pfaffenhofen. Nach der Wahl dann sieben gemeinsame Räte. Synergieeffekte sieht Wendnagel

hauptsächlich in der Verwaltung: „Statt bisher zwei Kirchenpflegerinnen gibt es jetzt nur noch eine Person, die das Geld verwaltet“, es gibt auch nur noch einen Haushaltsplan. wst

 

Abschied und Einsetzung

29 Jahre lang hat Angela Tränkle die Finanzen der Kirchengemeinde Pfaffenhofen verwaltet. Mehr als sechs Millionen Euro sind in der Zeit umgesetzt worden, hat Pfarrer Johannes Wendnagel recherchiert. Bei rund 255 monatlichen Treffen mit der Kirchenpflegerin habe man alles Wichtige – nicht nur übers Geld – besprochen und sich dabei auch menschlich begegnet und persönlich schätzen gelernt. In all den Jahren habe sie ein vorbildliches Pflichtbewusstsein gezeigt, lobte sie der Pfarrer.

Knapp 22 Jahre war Gertrud Schreck „Finanzministerin“ in der Weilerer Kirchengemeinde. Zwei Pfarrer habe sie in der Zeit erlebt. Er selbst habe Gertrud Schreck als eine stets verlässliche Person kennengelernt, würdigte sie Wendnagel. Bewundert habe er immer ihre menschlich freundliche Ausstrahlung und auch ihren Sinn fürs Pragmatische.

Mit Präsenten ihrer Gemeinden und mit großem Beifall der Kirchenbesucher wurden die beiden Kirchenpflegerinnen aus ihrem Amt verabschiedet. Neue Kirchenpflegerin der Kirchengemeinde Pfaffenhofen-Weiler ist jetzt Sigrid Orben aus Weiler. Mit Handschlag hat sie Pfarrer Johannes Wendnagel beim Fusions-Festgottesdienst in der Pfaffenhofener Lambertuskirche auf ihr Amt verpflichtet. wst