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Ausstellung mit Brigitta Loch
31.5.2019 - 14.6.2019

Man könnte sich beobachtet fühlen, wenn man derzeit ins Pfaffenhofener Rathaus kommt: Ausdruckstarke Gesichter in kräftigen roten, blauen und gelben Farbtönen, mit Schattierungen von weiß über grau bis schwarz blicken dem Besucher von den Wänden entgegen. „Antlitz“ nennt die in Kirchheim am Neckar wohnende und arbeitende Künstlerin Brigitta Loch ihre Ausstellung beim Künstlertreff. Insgesamt 20 Bilder, großformatige die bis zwei Meter mal 1,70 Meter groß sind, die meisten jedoch im Wohnzimmerformat, 60 mal 50 Zentimeter, sind im Foyer und Treppenhaus bis hoch unters Dach aufgehängt.

Die Kultur-Veranstaltungsreihe Künstlertreff Pfaffenhofen gibt es seit 1992 und hat ganz offensichtlich einen treuen Besucherstamm der auf jede Ausstellung neugierig ist. Denn trotz eines kurz vor der Eröffnung niedergeprasselten, heftigen Gewitterregens konnte Bürgermeister Dieter Böhringer zahlreiche Besucher willkommen heißen. Die Angst des Gemeindeoberhauptes „es kommt heute niemand“, war unbegründet. Musikalisch hat Leon Müller von der Musikschule Lauffen und Umgebung die Vernissage umrahmt.

Weibliche Köpfe malt Brigitta Loch – und zwar von Menschen und von Kühen. Einen ihrer überdimensionalen Kuhköpfe stellt sie auch in Pfaffenhofen aus. Alle anderen Bilder zeigen jedoch Frauenköpfe. Sind es Gesichter oder sind es Portraits? Zweifellos sei das Gesicht das einzige Motiv des Porträtisten, sagt dazu Dr. phil. Günter Baumann. In den Werken von Britta Loch gehe es zwar ausschließlich um das Antlitz, doch sei der Frage nachzugehen, ob es wirklich Gesichter sind, oder ob es sich um Portraits handelt. Dies herauszufinden, dafür haben Ausstellungsbesucher bis 14. Juni während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses Gelegenheit.

Bei der Ausstellungseröffnung in Pfaffenhofen verzichtete die Künstlerin auf einen Vortrag zur Einführung in ihre Kunst und ihr Schaffen. Stattdessen führte sie mit ihrem Mann Norbert einen Dialog, ein Frage- und Antwortgespräch über ihre Arbeit, zu dem auch die Besucher ausdrücklich eingeladen wurden. „Warum Köpfe – hauptsächlich Frauenköpfe?“ oder „weißt du von Anfang an, wie dein Bild am Ende aussehen wird? Sie habe viele Länder bereist und dabei viele Gesichter gesehen und weil sie Menschen mag, habe sie angefangen sie aus dem Gedächtnis heraus festzuhalten. Wenn sie vor der weißen Leinwand steht, habe sie kein fest umrissenes Bild vor Augen – nur eine Vermutung, sagt Brigitta Loch. Alles beginnt mit einer ersten Kohleskizzierung.

Einem Besucher ist aufgefallen, dass die Augen viel intensiver gemalt sind, als der Rest des Gesichtes. Die Augen, so die Malerin, gelten gemeinhin als das Fenster in die Seele. Und wer die Bilder im Pfaffenhofener Rathaus intensiv betrachtet, wird als erstes von den Augenpaaren in den Bann gezogen. wst